Öko-Benefit

Die Anforderungen an die Automobilhersteller hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt:

So haben striktere gesetzliche Begrenzungen der CO2-Emission, das wachsende Bewusstsein um die endliche Verfügbarkeit fossiler Ressourcen und ein verändertes Verbraucherverhalten zur anhaltenden Optimierung herkömmlicher sowie zur Entwicklung alternativer Antriebstechnologien geführt.

Zudem erwarten Kunden einen Anstieg von Funktionalität und Komfort von einer Fahrzeuggeneration zur nächsten, der hauptsächlich durch Innovationen in der Fahrzeugelektronik realisiert wird. Die damit einhergehende erhöhte elektrische Leistungsaufnahme führt allerdings zu einem Anstieg des Kraftstoffverbrauchs und damit der CO2-Emission: so entsprechen 100 W elektrischer Leistungsaufnahme einer CO2-Emission von 2,5 g/km.

Lösung: Viele Steuergeräte müssten während einer Fahrt jedoch nicht permanent aktiv sein, da Anwendungen wie elektrische Sitzverstellung, Fensterheber, Schiebedach oder Einparkhilfe jeweils nur für kurze Zeit benötigt werden. Jedwede Kommunikation auf dem CAN-Bus (Controller Area Network) hält diese Steuergeräte jedoch wach. Eine signifikante Effizienzsteigerung ließe sich erreichen, wenn ausgewählte Steuergeräte nur dann gezielt aktiviert würden, sobald die Anwendung benötigt wird, sie ansonsten aber in einem Zustand mit deutlich reduzierter Leistungsaufnahme blieben. Dies wird als Teilnetzbetrieb bezeichnet, der neue Steuergerätezustand als Partial Network Modus.

Auswirkung: Lässt sich beispielsweise die Stromaufnahme eines aktiven Steuergerätes von 150 mA auf 500 µA im Partial Network Modus verringern, bedeutet dies eine Reduktion der Leistungsaufnahme um circa 2 W und damit der CO2-Emission um 0,05 g/km. Berücksichtigt man die beschlossene Abgabe von 95 Euro pro Gramm CO2, die der Hersteller bei Überschreitung des Zielwertes von 120 Gramm pro Kilometer (EU Flottendurchschnitt 2006: 160 g/km) zukünftig pro Fahrzeug, das in der EU neu zugelassen wird, zu bezahlen hat, lässt sich damit eine Einsparung von bis zu 4,75 Euro pro Steuergerät realisieren. Bei mehr als zehn Steuergeräten pro Fahrzeug, die für Teilnetzbetrieb ausgelegt werden können, stellt dieser deshalb eine Ökoinnovation mit hohem Potential dar. Darüber hinaus lässt sich bei Elektrofahrzeugen durch die reduzierte Gesamtleistungsaufnahme die Reichweite pro Batterieladung ohne Komforteinbuße erhöhen.